Transformationsprozess
Die Evangelische Kirche der Pfalz wird kleiner. Und ärmer. Geld und Personal werden fehlen. Menschen in der Kirchenleitung wollen deshalb unsere Kirche radikal umbauen und nennen diesen Umbau „Transformationsprozess“. Entscheidungsbefugnisse der Presbyterien sollen von unten weg nach oben verlagert werden. Mit diesem Vorhaben wird der Aufbau unserer evangelischen Kirche grundlegend verändert – das Presbyterialsystem unserer Kirche wird praktisch aufgelöst. Je mehr das in den Presbyterien bemerkt wird, desto mehr engagierte Mitglieder der Presbyterien protestieren dagegen.
Die Initiative Pro Presbyterium setzt sich dafür ein, dass diese massiven Veränderungen nicht ohne eine breitere Diskussion und eine vorherige Beteiligung der Basis stattfindet, und informiert auf ihrer Website ausführlich über die aktuellen Entwicklungen.
Unsere Gemeinde unterstützt das Anliegen der Initiative. Die folgenden geplanten Maßnahmen werden kritisiert:
- Die Kirchengemeinden sollen den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (KöR) verlieren. Sie können dann keinen eigenen Haushalt mehr verwalten, keine Ortskirchensteuer erheben, kein Personal anstellen. Ihr Grundbesitz, die Gebäude und die Hälfte ihres Barvermögens gehen an den Kirchenbezirk. Die Kirchengemeinden verlieren ein entscheidendes Stück ihrer Gestaltungshoheit.
- Das bisherige Leitungsorgan der Kirchengemeinde, das Presbyterium, würde deutlich an Einflussmöglichkeit verlieren; das wird als „Entlastung“ bezeichnet.
- Als mittlere Ebene soll es nur noch vier Kirchenbezirke geben. Diese und die Landeskirche behalten den Status von Körperschaften des öffentlichen Rechts.
- Die Kirchenbezirke sollen aus der Distanz den Einsatz von Personal regeln, die Rücklagen der Gemeinden verwalten, den Gemeinden Budgets zuteilen und über Instandhaltung oder Verkauf der Gebäude der Gemeinden entscheiden.
- Durch den Ausbau der mittleren Ebene würde sich der Fokus auf Landeskirche und Kirchenbezirk verschieben. Unsere Kirche wäre dann nicht mehr von unten nach oben, sondern von oben nach unten organisiert.
Wenn Sie – wie wir – für eine kritische Auseinandersetzung mit den geplanten Änderungen des Transformationsprozesses eintreten wollen, setzen Sie sich am besten mit Ihrem Presbyterium oder einem/-r der Landessynodalen/-innen in Ihrem Dekanat in Verbindung, um die genannten Punkte auch dort ins Bewusstsein zu rücken und eine Beschäftigung damit anzustoßen.
weiterführende Informationen
auf der Website der Iniative Pro Presbyterium finden sich ausführliche Informationen zu Veranstaltungen und den Folgen des Transformationsprozesses:
www.propresbyterium.de